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Freifunk in Erstaufnahmeeinrichtung Eggebek

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Ab Mitte Oktober wird in Eggebek eine Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Betrieb gehen. Dort werden bis zu 500 Flüchtlinge für jeweils ca. 4-6 Wochen untergebracht sein.

Erstaufnahmeeinrichtungen sind die erste Station für Flüchtlinge, die nach Schleswig-Holstein kommen. Hier werden sie betreut, stellen ihren Asylantrag und erhalten ersten Sprachunterricht. In der Erstaufnahme müssen die Asylsuchenden erst einmal wohnen. Sie werden registriert und von der Asylbehörde über ihre Fluchtgründe befragt. Sie erhalten eine Aufenthaltsgestattung, die ihnen erlaubt, in Deutschland zu bleiben, bis über den Asylantrag entschieden ist.

Ziel ist es, diese Menschen nach sechs Wochen nach festgelegten Quoten an Städte und Kreise zu verteilen oder wieder zurück zu schicken.

Flüchtlinge die grade angekommen sind, ihren Asylantrag gestellt haben und die erste humanitäre Hilfe erhalten haben, möchten mit ihren Familien Kontakt halten, sich im neuen Land zurecht finden und die Sprache lernen. Für viele dieser Dinge ist ein Anschluss an das Internet vorteilhaft, da Asylbewerber keine Mobilfunkverträge abschließen können sind sie auf freie WLAN Zugänge angewiesen. Einfache Mobiltelefone mit WLAN sind häufig vorhanden.

Das Land Schleswig-Holstein hat sich bereit erklärt in jede EAE einen ersten WLAN Router als Zugang zum Netz bereit zu stellen. Dieser Router reichen aber kaum aus eine Einrichtung mit 500 Menschen vollständig mit WLAN zu versorgen.

Hier möchten nun die Freifunker unterstützen.

Was ist Freifunk?

Freifunk ist eine nicht kommerzielle Initiative, die sich dem Aufbau und Betrieb eines freien Funknetzes, das aus selbst verwalteten lokalen Computernetzwerken besteht, widmet.

Freie Netze werden von immer mehr Menschen in Eigenregie aufgebaut und gewartet. Jeder Nutzer im freifunk-Netz stellt seinen WLAN-Router für den Datentransfer der anderen Teilnehmer zur Verfügung. Im Gegenzug kann er oder sie ebenfalls Daten, wie zum Beispiel Text, Musik und Filme über das interne freifunk-Netz übertragen oder über von Teilnehmern eingerichtete Dienste im Netz Chatten, Telefonieren und gemeinsam Onlinegames spielen. Dafür nutzen wir Mesh Netzwerke.

Viele stellen zudem ihren Internetzugang zur Verfügung (hier in der EAE Eggebek ist dieses das Land Schleswig-Holstein) und ermöglichen anderen den Zugang zum weltweiten Netz. Freifunk-Netze sind Selbstmach-Netze. Für den Aufbau nutzen wir die freifunk-Firmware auf unseren WLAN-Routern, eine spezielle Linuxdistribution.

Lokale Communities stellen die auf eigene Bedürfnisse angepasste Software dann auf ihren Websites zur Verfügung. In Dörfern und Städten gibt es immer mehr Freifunk-Gruppen, die sich regelmässig treffen. (Diese Treffen gibt es zur Zeit noch nicht in Eggebek oder Tarp aber was nicht ist kann ja nun entstehen.)

Die Freifunk-Community ist Teil einer globalen Bewegung für freie Infrastrukturen und offene Funkfrequenzen.

Unsere Vision ist die Demokratisierung der Kommunikationsmedien durch freie Netzwerke. Die praktische Umsetzung dieser Idee nehmen Freifunk-Communities in der ganzen Welt in Angriff.

Was können die Freifunker leisten und was nicht.

Freifunker sind technisch in der Lage ein entsprechendes Netz aufzubauen und zu betreiben. Sie können personell unterstützen, haben aber nicht die finanziellen Mittel die notwendigen Geräte zu beschaffen.

Aus diesem Grund sind die Freifunker auf Hilfe aus der Bevölkerung und der Wirtschaft angewiesen. Wir benötigen Sponsoren die entweder entsprechende Hardware oder Geld bereit stellen um die notwendige Hardware zu beschaffen.

Die konkreten Ziele in Eggebek und Tarp:

  1. Aufbau einer Freifunk Versorgung in der EAE Eggebeck ab Oktober 2015
  2. Danach ein Aufbau von Freifunk an den Stellen die von den Asylbewerbern besucht werden
  3. Vernetzung der so entstehenden Inseln um auch den Anwohnern die Vorteile eines Bürgernetzes zu bieten
  4. Parallel zu den konkreten Zielen der Aufbau einer Freifunk Community

Die einsame Freifunkinsel Tarp wird zur Zeit von den Freifunkern aus Flensburg und Kiel unterstützt so das hier ein guter Start ermöglicht wird. Nun bitten wir um Unterstützung der Bürger und auch der lokalen Wirtschaft das dieses Projekt möglich wird.

Wer sich beteiligen möchte kann mich direkt ansprechen.